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Impfempfehlungen

In Anlehnung an die Empfehlung der Ständigen Impfkommission Vet. Im Bundesverband Praktizierender Tierärzte (http://www.tieraerzteverband.de/bpt/berufspolitik/leitlinien/impfleitlinien.php) empfehlen wir die Impfungen gegen Tetanus, Equine Influenza und Equine Herpesvireninfektionen mit Typ 1 und 4.

 

Herpes Pferdekrankheiten

Die Infektionen mit Herpesviren treten weltweit bei Equiden auf und führen zu ansteckenden Erkrankungen. In Deutschland lässt sich aufgrund serologischer Untersuchungen sagen, dass 70-80% der Pferdepopulation bis zum Ende des dritten Lebensjahres mit diesem Virus Kontakt hatte. Das Virus wird vor allem mit Sekreten der Atemwege (Husten, Aerosol, Nasenausfluss) ausgeschieden und über die Atemwege aufgenommen (sogenannte Tröpfcheninfektion). Nach überstandener Infektion und Erkrankung ist das Virus nicht vom körpereigenen Abwehrsystem vollständig eliminiert worden, sondern der Erreger bleibt lebenslang im Körper des Pferdes. Das Virus zieht sich in die Nervenzellen (sogenannten Ganglienzellen, v. a. Trigeminusganglion), aber auch periphere Lymphknoten, Nüsternschleimhaut, Bronchial-, Alveolarepithel zurück. An diesen Lokalisationen ist das Virus für das körpereigene Immunsystem nicht zugänglich und kann vom Körper nicht „erkannt und bekämpft“ werden. Man spricht von einer Latenz des Virus. Das betroffene Pferd bleibt lebenslang Virusträger und intermittierender Virusausscheider. Bei einer Schwächung des Immunsystems des betroffenen Tieres durch Stress, beispielweise in Form von Transport, Stallwechsel, Turnierstart, Absetzen des Fohlens, Operation oder anderer Erkrankung wird das ruhende Virus erneut aktiviert, freigesetzt und ausgeschieden. Die Pferde selbst weisen bei der Aktivierung des Virus nicht immer klinische Symptome auf, stellen jedoch eine Infektionsquelle für andere Pferde dar.

Zusammenfassend bestehen somit zwei Gefahren für das Auftreten der Erkrankung: Eine Tröpfcheninfektion von Pferd zu Pferd oder eine Aktivierung des im Körper des Pferdes zurückgezogenen, ruhenden Virus. Die Herpesinfektionen sind weder anzeige- noch meldepflichtig und werden durch verschiedene Herpesviren ausgelöst. Die Nummerierung der Herpesviren erfolgte in der Reihenfolge ihrer Entdeckung. Es werden 8 Herpesviren beschrieben, dabei kommen die Equinen Herpesviren der Typen EHV-1, -2, -3 und -4 bei Pferden und EHV -5 bis EHV-8 in der Regel nur bei Eseln vor.

Krankheitsbilder
Die verschiedenen Herpesviren können unterschiedliche Organsysteme betreffen und führen somit zu verschiedenen Krankheitssymptomen. Es treten Entzündungen der Atemwege (Rhinopneumonitis), Spätabort, Paretisch- paralytische Verlaufsform, Keratokonjunktivitis und Equines Herpesexanthem auf.

Entzündung der Atemwege (Rhinopneumonitis)
Zu respiratorischen Erkrankungen kommt es meist nur bei Jungtieren oder geschwächten Tieren durch Tröpfcheninfektion. Es sind in der Regel zunächst die oberen Atemwege (Rhinitis, Pharyngitis) betroffen, aber auch Manifestationen im Bereich der Bronchien sind nicht selten. Die Entzündung der Atemwege wird durch Infektionen des Equinen Herpesvirus 1 und 4 ausgelöst. Bei Erkrankungen der oberen Luftwege spielt vor allem bei Fohlen auch das Equine Herpes Virus 2 eine Rolle. Die klinischen Symptome reichen von inapperenten Fällen über subklinische Verläufe bis zu hochgradigen Zuständen. Symptome: Die Inkubationszeit beträgt 2-10 Tage. Erstes Symptom einer Herpeserkrankung ist meist Fieber bis über 39°C. Während der ca. 1-7 Tage andauernden Fieberphase fallen Mattigkeit und verringerter Appetit auf. Die Mandibularlymphknoten sind umfangsvermehrt und druckempfindlich. Kurz nach dem Auftreten des Fiebers folgen Nasen- und Augenausfluss begleitet von zeitweisem Husten. Unter sehr guten Haltungsbedingungen und ohne das Auftreten von Komplikationen beispielsweise in Form von bakteriellen Sekundärinfektionen oder viralen Mischinfektionen können die Symptome nach etwa zwei Wochen abklingen. Bei bakterieller Sekundärinfektion oder Ausbreitung des Krankheitsgeschehens auf die Bronchien kann die Erkrankungsdauer bis zu fünf Wochen betragen.

Spätabort
Der Virusabort der Stuten durch EHV-1 tritt in der Spätträchtigkeit zwischen dem siebten und elften Trächtigkeitsmonat auf. Die Aborte können einzeln auftreten oder mehrere Stuten eines Bestandes betreffen. Die Stute zeigt normaleweise keine Vorzeichen auf und der Abort verläuft sehr schnell. Der Virus befällt die Schleimhäute der Gebärmutter und Plazenta. Die Plazenta löst sich von der Uteruswand, so dass die Nährstoffversorgung des ungeborenen Fohlens unterbrochen wird und es abstirbt. Neben dem Abort kann es in Folge von Herpes- infektionen mit EHV-1 auch zur Geburt toter oder lebensschwacher Fohlen kommen, die dann meist innerhalb der ersten Lebenstage aufgrund einer virusbedingten Pneumonie oder Ausfälle anderer Organe (Leber, Niere) verenden.

Paretisch-paralytische Verlaufsform (Lähmungen, „Parese-Paralyse-Syndrom“)
EHV - 1 Infektionen können auch zu neurologischen Erkrankungen führen. Pferde jeden Alters können betroffen sein. In der Regel wird ein perakuter oder akuter Verlauf beobachtet. Die Erkrankung geht also nur über wenige Tage. Nach einem initialen Fieberanstieg auf bis über 40°C treten oft zunächst respiratorische Symptome in Form von Nasen-, Augenausfluss und Husten auf. Das Bewusstsein ist ungestört. Zeitlich geringgradig versetzt sind Bewegungsstörungen der Hinterhand zu beobachten. Es kommt zu Blutungen in die Nervensubstanz des Rückenmarks (ischämische Vaskulitis im Rückenmark). Daraus resultieren Koordinationsstörungen der Hinterhand (Ataxie), Sensibilitätsstörungen, reduzierte Schweifspannung (sog. „Lämmerschwanz“), Bewegungsunwillen, über hundesitzige Stellung kann es bis hinzu Bewegungsunfähigkeit, Festliegen und Tod des betroffenen Pferdes kommen. Je nachdem, in welchen Bereichen die Blutungen in das Nervengewebe erfolgen, stellen sich außerdem Lähmungen von Penis, Anus oder Blase ein.

Keratokonjunktivitis
Das Equine Herpesvirus - 2 kann zur Entzündung der Bindehaut und Hornhaut des Auges (sog. Keratokonjunktivitis) führen.

Equines Herpesexanthem
Das Equine Herpesvirus - 3 löst eine Genitalinfektion aus, die auch als Equines Herpesexanthem, Equines Koitalexanthem (ECE), Deckexanthem oder Bläschenausschlag bzw. Mosaikausschlag bezeichnet wird. Die Übertragung erfolgt über den Deckakt. Symptome sind gerötete, vermehrt durchblutete Scheidenschleimhaut, stecknadelkopf- bis erbsengroße Bläschen, Pusteln oder Erosionen des Scheidenvorhofs bzw. des Penis oder der Vorhaut.Wegen der Vollständigkeit werden alle Formen kurz angeschnitten, der Schwerpunkt wurde jedoch auf die drei zuerst genannten gelegt, auf die sich auch die nachfolgenden Abschnitte beziehen.

Herpes- Testmethoden für Pferde
Die Diagnose wird aufgrund der klinischen Symptome zunächst als Verdachtsdiagnose gestellt. Um den Verdacht zu untermauern, sollte ein direkter und indirekter Virusnachweis erfolgen. Bei dem direkten Nachweis wird der Virus selbst, das Antigen nachgewiesen. Bei dem indirekten Nachweis werden die gegen das Virus gerichteten Antikörper nachgewiesen. Für den direkten Virusnachweis wird von den klinische Symptome zeigenden Patienten ein Tupfer der Nüsternschleimhaut entnommen. Die Probe wird mittels einer sog. PCR (Polymerase Kettenreaktion) untersucht und für eine Zellkultur zum direkten Virusnachweis verwendet. Diese Untersuchungsmethode dauert mehrere Tage und es ist nicht immer der Nachweis des Virus möglich. Das bedeutet, dass bei einem positiven Test (Virus liegt vor) eine Herpesinfektion vorliegt. Ein negativer Test (Virus konnte nicht nachgewiesen werden) schließt hingegen eine Herpesinfektion nicht völlig aus.


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Hufrehe - Ursachen und Therapie

 

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