Leistungsspektrum/ Geriatrie

das geriatrische Pferd

Die Geriatrie ist die Lehre von den Krankheiten des alternden Lebewesens. Dieses Teilgebiet der Tiermedizin hat in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen, da der Anteil älterer Pferde in Deutschland stetig gestiegen ist. Allgemein gilt ein Pferd ab einem Alter von 20 Jahren als „alt“. Beim älteren Pferd stehen andere Krankheitsbilder im Vordergrund als beim Jungen. Zu dem sind Besonder- heiten in der Haltung und Fütterung zu beachten.

Zahnerkrankungen

Typische Zahnbefunde beim älteren Pferd sind zum Beispiel ein Wellengebiss oder vergrößerte Zahnzwischenräume. Auch können bereits einzelne Zähne fehlen. Dies erfordert eine regelmäßige Kontrolle der Zähne durch den Tierarzt (alle 6 Monate, bzw. wenn Sie feststellen, dass Ihr Pferd Probleme beim Fressen hat oder Gewicht verliert). Eine Zahnerkrankung, die vor allem ältere Pferde betrifft ist EOTRH (Equine Odontoclastic Tooth Resorption and Hypercementosis). Diese Krankheit betrifft vor allem die Schneide- und Eckzähne und ist gekennzeichnet durch Veränderungen des Zahnfleisches (verdickt, gerötet, zurückgezogen, teils mit Eiterbläschen), eine Auflösung der Zahnsubstanz (Tooth Resorption, Lockerung der Zähne) oder einer Zubildung von Zahnzement (Hypercementosis, vermehrter Zahnstein, kolbenartig aufgetriebene Zähne).

Stoffwechselerkrankungen

Der Stoffwechsel und die Organfunktionen von alten Pferden funktionieren nicht mehr so gut wie bei Jungen. Zum Beispiel ist beim geriatrischen Pferd die Leber- und Nierenfunktion eingeschränkt und das Immunsystem arbeitet oft nicht mehr so gut wie bei jungen Tieren. Deswegen werden die Pferde anfälliger für Infektionen. Daher ist bei alten Pferden die Impfprophylaxe und ein gutes Entwurm- ungsregime besonders wichtig. Eine Erkrankung, die immer öfters beim alten Pferd diagnostiziert wird, ist das Equine Cushing Syndrom. Dieser Krankheit liegt meist ein Tumor der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) zugrunde, der zu einer Veränderung im Hormonhaushalt führt. Betroffene Pferde zeigen unter anderem leichtes Schwitzen, übermäßig langes Fell, Muskelabbau und Gewichtsverlust, abnorme Fettablagerungen (Nackenkamm, Schweifwurzel), sowie vermehrtes Trinken und vermehrter Harnabsatz. Oft tritt Hufrehe als Folge des Equinen Cushing auf. Anhand einer Blutprobe lässt sich Cushing diagnostizieren und durch gezielte Tablettengabe therapieren.

Orthopädische Probleme

Ähnlich wie beim Menschen treten auch beim alten Pferd häufiger Gelenk- und Knochenveränderungen, wie z.B. Arthrosen, auf. Sehnen verlieren mit dem Alter an Elastizität und es entstehen vermehrt Sehnenerkrankungen. Die Pferdeklinik Bilsen bietet viele diagnostische Möglichkeiten (Verlinkung) und arbeitet viel mit regenerativen Therapien Im Zusammenhang mit dem Equinen Cushing Syndrom und auch durch andere Ursachen erkranken ältere Pferde häufiger an Hufrehe.

Fütterung

Die Fütterung des geriatrischen Pferdes sollte sich individuell nach dem Zustand des Pferdes und eventuellen Erkrankungen richten. Bei Zahnproblemen können weiche Futtermittel, wie zum Beispiel Heucobs oder Rübenschnitzel gefüttert werden. Bei untergewichtigen Pferden können Pflanzenöle zur verbesserten Energieversorgung dem Futter zugegeben werden. Zu dem gibt es spezielle Fütterungs- empfehlungen für die verschiedenen Krankheitsbilder (z.B. Equinem Cushing- Syndrom, Equines Metabolisches Syndrom).

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