Leistungsspektrum/ Regenerative Therapien

regenerative Therapien

In der Pferdeorthopädie gehören beispielsweise verletzungs- oder belastungsbedingte Sehnen- oder Bänderschäden verschiedenen Ausmaßes leider zum Alltag. Da das Sehnengewebe schlecht durchblutet ist, muss in der Regel mit langen Rekonvaleszenzzeiten gerechnet werden. Hinzu kommt, dass es sich bei dem im Bereich der Läsion entstehende Reparationsgewebe um ein bindegewebiges Ersatzgewebe handelt, das von geringerer Belastbarkeit und Elastizität ist wie das ursprüngliche Sehnengewebe. Folglich stellt das "reparierte" Sehnengewebe eine Schwachstelle dar und nicht selten kommt es erneut an der gleichen Gliedmaße zu Beschwerden.

Die Forschung hat in den letzten Jahren neue risikoarme und erfolgreiche Therapiemöglichkeiten entdeckt, um eine schnellere Heilung und bessere Regeneration von Sehnen, Bändern, Gelenken oder auch Knochen zu erzielen: Hierzu zählen die aus körpereigenen (autologen) Zellen und Substanzen hergestellten Therapieformen, wie Stammzellen, PRP (platelet rich plasma ) und ACP (autologes konditioniertes Plasma).

In unserer Klinik können alle 3 Therapieformen angeboten werden, wodurch Ihr Pferd individuell und bestmöglich behandelt werden kann. Die körpereigenen Substanzen weisen eine hohe Verträglichkeit ohne jegliche Nebenwirkungen auf und können auch am stehenden Pferd durchgeführt werden.

Knochenmarkpunktat (Stammzellen)

Stammzellen sind undifferenzierte Vorläuferzellen, die sich in verschiedene Gewebetypen entwickeln können (z.B.: Knochen- oder Sehnengewebe). Sie werden aus dem Knochenmark gewonnen, welches man am stehenden Pferd durch Punktion des Brustbeins erhält. Die so gewonnen Stammzellen werden unter Ultraschallkontrolle in das betroffene Gewebe injiziert und verbessern so beispielsweise die Frakturheilung oder tragen bei Band- oder Sehnenschäden zur Verbesserung der Qualität des neugebildeten Gewebes bei.

ACP (autologes konditioniertes Plasma)

Zur Gewinnung des Plasmas wird dem Pferd eine kleine Menge Blut abgenommen, welches anschließend direkt im klinikeigenen Labor zentrifugiert wird. Dadurch werden im Blutplasma enthaltene Thrombozyten (Blutplättchen) und Wachstumsfaktoren getrennt und konzentriert, welche am Applikationsort Regenerations- und Selbstheilungsprozesse anregen und eine schmerzstillende und entzündungshemmende Wirkung aufweisen.Anwendungsgebiete findet das ACP bei Sehnen- und Bandschäden, aber auch bei Gelenkserkrankungen oder Erkrankungen der Sehnenscheiden. Dieses wenig aufwendige und risikoarme Verfahren kann je nach Erkrankung ein- oder mehrmals oder auch in Kombination mit Stammzellen angewendet werden.

PRP (platelet rich plasma)

Hierfür wird dem Pferd ca. 60 ml Blut abgenommen, aus welchem anschließend durch ein spezielles Filtersystem wie bei ACP ein Konzentrat aus Blutplättchen und Wachstumsfaktoren hergestellt wird. Im Vergleich zu ACP werden mehr Blutplättchen isoliert, allerdings dauert das Herstellungsverfahren etwas länger und ist etwas teurer, es kann jedoch auch in der Außenpraxis angewendet werden und erfordert keinen ambulanten Termin in der Klinik. Die Anwendung und Indikationen entsprechen jenen von ACP.

Wichtig ist zusätzlich zu jeder dieser Therapiemethoden ein spezieller, kontrollierter Bewegungsaufbau des Patienten, damit das sich regenerierende Gewebe optimalentwickeln kann. Der Bewegungsaufbau wird für jedes Pferd individuell erarbeitet. Mit Hilfe von Nachuntersuchungen wird der Therapieerfolg überwacht und über den weiteren Aufbauplan entschieden.